Freitag, 7. Juli 2017

Update - Juni

Jetzt gab es ein paar Tage nichts von mir zu hören, was daran lag, dass ich im Urlaub war und dachte ich könnte von dort aus bloggen. War dann wohl nicht der Fall.. Ich muss zugeben, so schlecht wie in diesen 6 Tagen ,,Urlaub" ging es mir schon lange nicht mehr, was eigentlich ziemlich kontrovers ist. Meistens kehren wir nach Reisen ja voller guter Dinge und um einige schöne Erfahrungen reicher wieder zurück. Ich konnte es diesmal allerdings gar nicht erwarten meinen Rückflug anzutreten. 
Schon währenddessen und vor Allem als ich dann wieder zuhause war, habe ich mich erstmal unglaublich über diese spontane Urlaubsaktion geärgert. Über meine eigene Schwäche, dass ich mich so leicht überreden hab lassen, über das Geld was drauf gegangen ist, über die wertvolle Zeit, die ich für mich sinnvoller hätte gestalten können und und und.
Jetzt sind drei Tage vergangen und ich sehe die Sache aus einem anderen Blickwinkel. Kennt ihr den Spruch ,,Nichts ist so schlecht, dass nicht auch was gutes daran ist"? Ich habe im Nachhinein betrachtet, sehr viel aus dieser verpatzen Reise lernen können, über diverse Menschen und über mich selbst ganz besonders. Generell war der Juni für mich ein lehrreicher Monat und ich möchte meine Erkenntnisse gerne an euch weiter geben. 
Ach, ich habe noch gar nicht erwähnt wo ich denn gewesen bin. Ich war für 6 Tage in Tel Aviv, ein eigentlich so toller Ort, den ich mir durch diese unglückliche Erfahrung auf keinen Fall vermiesen lasse.

Learnings&thoughts

1) Spontan sein ist cool, manchmal ist ein Plan allerdings der bessere Weg
Die Entscheidung nach Tel Aviv zu fliegen, fiel bei mir innerhalb von fünf Minuten. Zehn Minuten später waren dann alle Flüge gebucht und das Hostel bezahlt. Ich sage nicht, dass solche Aktionen nicht auch mal total toll sein können, in meinem Fall habe ich mich aber schlicht und einfach dazu überreden lassen. Mein eigentlicher Plan war ein anderer, der sich auf Grund des Urlaubs nun nicht mehr realisieren lässt. Gerade wenn es sich um kostenspielige Angelegenheiten handelt, lohnt es sich vielleicht doch nochmal eine Nacht drüber zu schlafen, bevor voreilig entschieden wird.

2) Vertraue auf deine Intuition und handle danach!
Am Abend vor Abflug habe ich dann so richtig an meiner Entscheidung gezweifelt. Ich hatte bereits eine sehr stressige Woche hinter mir und wusste, dass die 6 bevorstehenden Tage nicht entspannend werden, sondern  zusätzlichen Stress für mich bedeuten. Trotz körperlicher Symptome, die für mich meistens schon Anzeichen dafür sind, dass etwas nicht stimmt, habe ich dann noch schnell um elf Uhr nachts meinen Koffer gepackt und bin um drei Uhr an den Flughafen. Meine innere Stimme hat mir allerdings schon Tage vorher prophezeit, dass das so eigentlich nicht richtig für mich ist. Letztendlich konnte ich nun aber draus lernen und weiß wie ich das nächste Mal besser handle.

3) Mach gleich den Mund auf, anstatt zu warten bis die Situation eskaliert

Das muss ich unbedingt noch lernen und daran arbeiten. Wenn mir etwas nicht passt, ich mich unwohl fühle, von einer Person verletzt wurde etc, habe ich meistens nicht den Mut dazu es meinem Gegenüber in der Situation direkt zu sagen. Ich bin Jemand, der gerne lieber alles in sich rein frisst und sich dann komisch verhält, in der Hoffnung, dass die Menschen um mich herum realisieren, dass mit mir etwas nicht stimmt und von selbst nachfragen. Und wenn sie es dann nicht tun, bin ich anschließend noch negativer gestimmt.
Wenn es Dinge gibt, die einen am Anderen missfallen, sollte man sie gleich ansprechen um so mögliche Missverständnisse aus dem Weg zu räumen. Sonst platzt am Ende alles auf einmal heraus und artet in einem emotionalen Streit aus, weil sich beide Parteien so lange angeschwiegen haben.
Und das gilt nicht nur für Freundschaften, vor Allem in Partnerschaften, aber auch in familiären Beziehungen oder Arbeitsverhältnissen lohnt es sich die Dinge gleich anzusprechen, auch wenn es Einen zunächst Überwindung kostet. Letztendlich kommen wir im Leben nur durch Kommunikation weiter, das musste ich mir schon einige Male eingestehen.

4) Nur wenn du DEINEN Bedürfnissen und Werten treu bleibst kannst du glücklich werden
Wir alle haben denke ich eine gewisse Idealvorstellung von uns und unserem Leben im Kopf. Ich denke das ist bis zu einem gewissen Grad auch völlig normal. Nur habe ich in letzter Zeit öfter die Erfahrung machen müssen, dass mein persönliches Idealbild von mir und meiner Situation oft ein Stück zu weit von der Realität entfernt war. Ich habe immer Menschen bewundert, die unglaublich aktiv sind und besonders viel in ihrem Leben machen und gebacken bekommen und das finde ich auch nach wie vor sehr anerkennenswert. Allerdings ist das leider nicht der lifestyle, der zu mir persönlich passt. 
Ich bin kein besonders belastbarer Mensch, das habe ich im letzten Monat wieder gemerkt, wo ich mehr gearbeitet habe, hier und da unterwegs war und weniger geschlafen habe. Dann auch noch dem Druck von Außen standzuhalten und gewissen Menschen gerecht zu werden, war definitiv einfach zu viel für mich, so gern ich auch die Person wäre, die immer busy und dabei total gut gelaunt ist. 
Da ist es wichtig ehrlich zu sich selbst zu sein und sich nicht dafür zu schämen, wer man ist. Ich weiß von mir, dass ich unter Stress gerate, wenn ich mir zu viel vornehme, also werde ich das in Zukunft eben nicht mehr tun. Und dann guten Gewissens die Tage genießen, an denen ich einfach stundenlang Youtubevideos schaue, meinen Sport mache und abends spazieren gehe. Steht zu euren Bedürnissen und kreiert euch ein Leben, was zu euch passt!
Ein anderes Beispiel, wäre der Urlaub. Mir ist meine Gesundheit und ein healthy lifestyle sehr sehr wichtig. Ich trinke aber auch mal gerne, allerdings ist das bei mir eben eher die Ausnahme. Wenn ich dann einem Urlaub zusage, der zwangsläufig jeden Abend feiern bedeutet, merke ich spätestens am dritten Tag, dass das so nicht zu mir passt, weil Fitness und Gesundheit einen viel höheren Wert in meinem Leben, als Alkohol und Feiern haben.
Habt ihr so etwas auch schon erlebt?

... Juli
Für den Juli nehme ich mir eigentlich nur vor, dass was ich oben geschrieben habe zu beherzigen und wieder mehr auf mich selbst zu hören. Was konntet ihr aus dem letzten Monat für euch mitnehmen? Schreibt es doch sehr gern in die Kommentare.
Viele Fotos habe ich in Tel Aviv nicht gemacht, ein paar wenige möchte ich euch allerdings nicht vorenthalten.
Auf in einen schönen Juli!





Wenn man sich bei den Fotos fragt, wieso ich die Zeit so negativ empfunden habe, kann ich das verstehen. Allerdings kommt es eben nicht auf den Ort an, an dem man ist, sondern auf die Situation.

Kommentare:

  1. Hey, hey! :-)

    Es tut mir leid, dass dein Urlaub so gar nicht schön verlaufen ist. Und ich muss aber ehrlich sagen: Jeden Abend feiern und Alkohol wäre auch nichts für mich! Da würde ich glaube ich auch irgendwann keine Lust mehr haben und schlechte Laune bekommen - allein wegen dem Schlaf, der fehlt. Die fehlte dieser ja schon davor.
    Und ich bin auch so ein Mensch, der lieber alles in sich hineinfrisst - auch wenn ich wirklich versuche daran zu arbeiten, ist es nicht immer das Einfachste.
    Ich hoffe, dass du dein Vorhaben für diesen Monat umsetzen kannst und ein bisschen zur Ruhe kommst.

    Ich wünsche dir einen schönen Start in die neue Woche!
    Anna :-)
    https://wwwannablogde.blogspot.de

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    1. Ach ja, ganz vergessen zu schreiben:
      Ich habe dein 'About' gerade gelesen und omg, mein Herz schlägt auch für Berlin, liebe auch Schokolade und Deutschrap, sehe das mit der Planung genauso und wahrscheinlich bin ich die neugierigste Person der Welt, haha.
      Ok, das reicht jetzt aber! :-D

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    2. Dieser Kommentar wurde vom Autor entfernt.

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    3. Haha, da haben wir anscheinend ganz schön viel gemeinsam:D
      Vielen Dank für deine lieben Worte, dir auch eine schöne Woche!

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  2. Ein echt toller Beitrag !
    Ich mag deinen Schreibstil sehr :)

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  3. Ich kann dich voll verstehen, jeden Abend feiern wäre auch nicht meins, weil ich erstens meinen Schlaf brauche und zweitens selbst keinen Alkohol trinke, früher aber schon, und wenn es nur darum geht, fühle ich mich immer sehr fehl am Platz.
    Gerade bei Punkt 3 und 4 auf der Liste, sollte ich mir auch noch eine Scheibe abschneiden, ich vergesse das leider sehr gerne.
    Aber die Fotos sind super schön ! :-)
    Liebst, Lea.

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    1. Das sich fehl am Platz fühlen kenne ich nur zu gut.
      Vielen Dank:)!

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  4. Schön, dass du aus dieser Misere auch die positiven Schlüsse heraus ziehen konntest.
    Punkt Nummer 4 passt bei mir so gut gerade!
    Da ich seit zwei Monaten wieder in Deutschland bin habe ich ein stück weit meinen Lifestyle den ich immer stolz gehegt habe verloren. Seit dem bin ich jedes Wochenende am trinken und merke mittlerweile, dass es mir sowas von gar nicht gut tut! Ich lasse mich aber bei sowas auch gerne überreden. Jetzt läuft es aber anders, mein Körper sendet mir (sowie deiner) ganz klare Signale. So kann das nicht weiter gehen!
    Liebe Grüße,
    Mai von Monpipit.de

    xox

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  5. Hey die Erkenntnis, dass man zu sich selbst stehen sollte, finde ich sehr wichtig. Danke für diesen Tipp! Ich glaube fast niemand kann dauerhaft belastbar sein, ohne einen Zusammenbruch zu erleiden, deswegen sind Pausen auch völlig gerechtfertigt. Hoffentlich konntest du trotzdem einige schöne Momente erleben. Liebe Grüße

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  6. Schöne Impressionen!

    www.sophiaston.de

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